Wichtige Fragen und Antworten für Industriekunden

Anschlussnutzer

Ist jeder Kunde (Verbraucher), der einen Anschluss an das öffentliche Netz der Versorgung zur Entnahme von Energie nutzt (Bewohner/Mieter/Unternehmen).

Aus welchen Bestandteilen besteht der Strompreis?

1. Steuern und Abgaben: Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umlage laut KWK-Gesetz, Umlage laut Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
2. Netznutzungsentgelt (Stromtransport und Verteilung), Messstellenbetrieb (Zähler), Messdienstleistungen (Ablesung, Verbrauchserfassung)
Die Netznutzungspreise werden jährlich von der Bundesnetzagentur geprüft und bestätigt. Dieser Kostenblock macht ca. 23-28 % Ihres Entgeltes aus, das in der Regel der örtliche Netzbetreiber erhält.
3. Kosten für die Beschaffung (Einkauf) und Erzeugung und Vertrieb.
4. Bereitstellung, Messung, Abrechnung, Versandkosten, etc.)

Aus welchen Bestandteilen besteht der Gaspreis?

1. Kosten für die Beschaffung (Einkauf) und Erzeugung und Vertrieb
2. Netznutzungsentgelt (Gastransport und Verteilung), Messstellenbetrieb (Zähler), Messdienstleistungen (Ablesung, Verbrauchserfassung)
3. Steuern und Abgaben: Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), Erdgassteuer, Konzessionsabgaben; Regelenergieumlage
4. Bereitstellung, Messung und Abrechnung

Energielieferant

Beliefert die Kunden mit Strom und Gas und zahlt i.d.R. ein Netznutzungsentgelt an Netzbetreiber. Der Energielieferant ist ein vom Netzbetreiber getrenntes eigenständiges Unternehmen.

Erneuerbare Energien

sind Energien, die aus Wasser, Wind, Biomasse, Solarstrahlung, Biogas oder Geothermie
erzeugt werden. 

Erneuerbare Energien Gesetz

Das EEG verpflichtet jeden Netzbetreiber regenerative Energien in das Versorgungsnetz einzuspeisen. Diese müssen teuer, zu Preisen, die im EEG festgelegt sind, eingekauft werden. Ziel dieses Gesetzes ist die Förderung erneuerbarer Energien und es sieht vor, dass die Mehrkosten auf die Kunden umgelegt werden. Damit ist diese Abgabe Bestandteil des Strompreises (verbrauchsabhängig).
Die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) ist 2014 stark gestiegen. Von 5,277 Cent ist die EEG-Umlage ab dem 01.01.2014 auf 6,24 Cent erhöht worden.
Der Anstieg der Ökostromumlage ist nur noch zum kleinen Teil auf den Bau neuer Ökostromanlagen zurückzuführen. Knapp die Hälfte des Anstiegs ist auf den Einbruch der Einkaufspreise am Spotmarkt zurück zurückzuführen. Aus folgendem Grund: Betreiber von Ökostromanlagen bekommen für ihren Strom einen Fixpreis, um Investitionssicherheit zu erhalten. Dieser Fixpreis liegt deutlich über dem Einkaufspreis an der Strombörse EEX. Da die großen Versorger ihre Kohlekraftwerke zur Zeit noch mit voller Auslastung laufen lassen und zeitgleich immer mehr Strom durch erneuerbare Energien produziert wird, entsteht ein wachsendes Überangebot an Strom. Dadurch sinkt der Einkaufspreis an der Börse und die Differenz zum Fixpreis wird immer größer, was die Umlage ansteigen lässt, um die Differenz auszugleichen.

Was ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)?

Vorrangige Ziel des EEWärmeG ist es, den Anteil erneuerbarer Energien am Wärmebedarf deutlich zu erhöhen und dient damit letztendlich dem Klimaschutz und der Schonung fossiler Ressourcen. Die Weiterentwicklung innovativer Wärmetechnologien sowie die Steigerung der Unabhängigkeit von Energieimporten sind weitere Zwecke des Gesetzes. Das Gesetz verpflichtet Eigentümer eines neuen Gebäudes, seinen Wärmeenergiebedarf anteilig mit erneuerbaren Energien zu decken. Hier können unterschiedliche Energiequellen wie Bioenergie, Solarthermie, Geothermie oder Umweltwärme (z. B. Wärmepumpen) zum Einsatz kommen. Auch Ersatzmaßnahmen wie die Kraftwärmekopplung, Dämmmaßnahmen, die Nutzung der Wärme aus Nah- und Fernwärmenetzen sowie die Nutzung von Abwärme können zum Einsatz kommen. Das EEWärmeG sieht ebenfalls Fördermöglichkeiten vor. Diese können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden.

Ersatzversorgung

Hat sich der Kunde nicht oder noch nicht explizit für einen bestimmten Energielieferanten entschieden oder fällt ein Energielieferant bei der Lieferung aus, ist der örtliche Grundversorger nach §38 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verpflichtet, den Kunden über einen Zeitraum von maximal 3 Monaten mit Energie zu Allgemeinen Bedingungen und Allgemeinen Preisen zu beliefern. Hat sich der Kunde über diesen Zeitraum noch nicht entschieden, erfolgt spätestens nach diesem Zeitraum die Überführung des Energieliefervertrages in die Grundversorgung.

Grundversorgung

Ist im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG §36) und in den Grundversorgungsverordnungen Strom und Gas (StromGVV und GasGVV) gesetzlich geregelt und kann vertraglich nicht nur in textlicher sondern auch auf andere Art und Weise, z. B. durch die Entnahme von Strom oder Erdgas aus dem Netz der öffentlichen Versorgung, zustande kommen. Die Grundversorgung umfasst die Belieferung von Haushalts- und Kleingewerbekunden mit Strom und Erdgas zu Allgemeinen Bedingungen (StromGVV bzw. GasGVV) und Allgemeinen Preisen aus dem Niederspannungs- bzw. Niederdrucknetz.

Hausanschluss/Netzanschluss

Netzanschlüsse werden durch den Netzbetreiber hergestellt. Der Netzanschluss beginnt mit der Abzweigstelle des Energieversorgungsnetzes und endet mit der Hausanschlusssicherung bzw. bei Gas mit der Hauptabsperreinrichtung. Der Anschlussnehmer (Haus- bzw. Grundstückseigentümer) muss den Netzanschluss schriftlich beim Netzbetreiber in Auftrag geben. Dazu stellt der Netzbetreiber einen Vordruck zur Verfügung. Für den Netzanschluss verlangt der Netzbetreiber ein Entgelt.

Hausinstallationsanlage

Die elektrische Anlage bzw. Gasanlage steht mit Ausnahme der Messeinrichtungen (Zähler) bzw. eines gegebenenfalls eingebauten Druckregelgerätes in Gasanlagen im Besitz des Anschlussnehmers (Haus- bzw. Grundstückseigentümer) und beginnt hinter der Hausanschlusssicherung bzw. bei Gasanlagen hinter der Hauptabsperreinrichtung. Der Eigentümer ist für die ordnungsgemäße Errichtung, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung verantwortlich. Auch bei einer Vermietung bleibt der Haus- bzw. Grundstückseigentümer verantwortlich.

Konzessionsabgabe

Hier handelt es sich um eine Abgabe an die Stadt bzw. Kommune für die Nutzung öffentlicher Straßen und Plätze (Wegerecht) für die Leitungen zur Verteilung der Energie (Versorgungsnetz des Netzbetreibers). Die Abgabe ist Bestandteil des Strom- bzw. Gaspreises und ist verbrauchsabhängig.

Kraftwärmekopplung / KWK-Gesetz / KWK-Abgabe

Ziel des KWK-Gesetzes ist die Förderung moderner Kraftwärmekopplungsanlagen zur Erzeugung von Energie.
Bei der Kraftwärmekopplung wird die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme weiter genutzt (z. B. als Fernwärme). Dadurch wird ein besonders hoher Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen Kraftwerken erreicht. Damit sind moderne KWK-Anlagen wesentlich umweltfreundlicher, schon allein durch den geringeren CO2-Ausstoss, als herkömmliche Kraftwerke, allerdings auch teurer.
KWK-Anlagenbetreiber haben nach Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen Anspruch auf Zahlung der gesetzlichen Fördersätze für den in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeisten KWK-Strom. Das KWK-Gesetz sieht ebenfalls vor, dass diese Mehrkosten auf die Kunden umgelegt werden. Damit ist die KWK-Abgabe auch im Strompreis (verbrauchsabhängig) enthalten.
Im Jahr 2014 steigt für Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh/a die Umlage von 0,126 ct/kWh auf 0,178 ct/kWh. Unternehmen mit einem höheren Jahresverbrauch zahlen für jede kWh, die die Grenze von 100.000 kWh übersteigt, 0,055 ct/kWh anstatt 0,060 ct/kWh.

Kündigung von Energielieferverträgen

Ein Grundversorgungsvertrag kann mit einer Frist von einem Monat zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden. Bei einem Umzug ist der Kunde berechtigt, den Vertrag mit zweiwöchiger Frist auf das Ende eines Kalendermonats zu kündigen. Bitte hier die Kundennummer, Zählernummer, und ggfs. die Zählpunktbezeichnung mit angeben. Strom- und Erdgas-Sonderverträge 3 Monate zum Jahresende gekündigt werden. Alle Kündigungen bedürfen der Textform. Entsprechende Vordrucke stellen wir Ihnen gern hier zur Verfügung oder übernehmen auch die komplette Abwicklung der Kündigung für unsere Gewerbe- und Industriekunden.

Messstellenbetreiber

ist der Besitzer des Zählers, der ihn installiert, betreibt, wartet und gegebenenfalls austauscht. Dafür verlangt der Messstellenbetreiber ein Entgelt. Üblicherweise ist dies der Netzbetreiber. Zu den Aufgaben des Messstellenbetreibers gehört ebenfalls die Überwachung der eichrechtlichen Fristen der Zähler, sowie die Zählerprüfung.

Netzbetreiber

Ist der Betreiber der örtlichen, öffentlichen Energieversorgungsnetze der allgemeinen Versorgung (Strom, Gas) für die Energielieferung an die Kunden. Er stellt damit die Infrastruktur zur Übertragung und Verteilung  der Energie bereit. Für die Nutzung der Netze verlangt er ein Netznutzungsentgelt. Die Netznutzungsentgelte werden von der Bundesnetzagentur geprüft und müssen von ihr behördlich genehmigt werden. Der Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, ihre Netznutzungsentgelte jährlich der Bundesnetzagentur zur Überprüfung vorzulegen. Das Netz steht für alle Energielieferanten bereit. Der Netzbetreiber ist ein von Energielieferanten unabhängiges und eigenständiges Unternehmen. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Inbetriebsetzung von elektrischen Anlagen sowie der Anschluss elektrischer Anlagen an das öffentliche Netz der Versorgung (Hausanschluss).  

Sonderverträge

sind Verträge außerhalb Grundversorgung. Hier werden von den Strom- und GasGVV abweichende Regelungen (Vertragsbedingungen) getroffen und bedürfen deshalb der Unterschrift. Ebenfalls beinhalten diese andere, günstigere Preise als die Allgemeinen Preise der Grundversorgung.

Stromkennzeichnung

Jeder Energielieferant ist gesetzlich verpflichtet die Herkunft der Energie zu kennzeichnen.

Stromsteuer

Die Stromsteuer, derzeit 2,05 Cent pro kWh, ist Bestandteil des Strompreises (verbrauchsabhängig) und wird an den Staat abgeführt. Die Stromsteuer wird auch als Ökosteuer bezeichnet. Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes gibt es jedoch Sonderregelungen. Hier rüber informieren und beraten wir Sie gern.

Warum Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) auf Stromsteuer?

Im Umsatzsteuergesetz ist geregelt, dass in Deutschland auf (fast) alles, was verkauft wird, eine Umsatzsteuer zu erheben ist. Da die Stromsteuer Bestandteil des Strompreises ist, ist auch auf die Stromsteuer die Mehrwertsteuer zu erheben.

Warum wird in Kilowattstunden (kWh) und nicht in Kubikmeter (m³) abgerechnet?

Erdgas ist ein Naturprodukt und unterliegt damit qualitativen Schwankungen. Eine Abrechnung in Kubikmeter berücksichtigt nur das Volumen, allerdings nicht den im Volumen tatsächlich vorhandenen Energiegehalt. Eine Abrechnung in kWh berücksichtigt dagegen das Volumen und die Qualität des Erdgases, also den im Erdgas tatsächlich vorhandenen Energiegehalt.

Was bedeutet der Brennwert (Erdgas) und warum ist er immer unterschiedlich?

Dient der Umrechnung von Kubikmeter (m³) in Kilowattstunden (kWh). Der Faktor spiegelt den Energieinhalt (Qualität) des Erdgases wieder. Erdgas ist ein Naturprodukt und hat damit unterschiedliche Qualität. Der Umrechnungsfaktor ergibt sich aus dem Brennwert und der Zustandszahl. Die Zustandszahl ergibt sich aus dem Druck, der Temperatur und der Höhe des Lieferortes über dem Meeresspiegel. Ändert sich der Brennwert, so ändert sich auch der Umrechnungsfaktor. Ein höherer Umrechnungsfaktor ist gleichbedeutend mit einer besseren Gasqualität. Ist der Umrechnungsfaktor höher, werden weniger m3 Erdgas benötigt, ist der Faktor niedriger, sind mehr m³ Erdgas nötig, um das gleiche Ergebnis (z. B. die gleiche Temperatur) zu erreichen.

Wie werden die Abschläge berechnet?

Grundlage für die Berechnung des Abschlages ist der zu erwartende Jahresverbrauch. Dieser wird in Höhe des Vorjahresverbrauches angenommen. Gegenüber neuen Kunden wird zunächst der durchschnittliche Verbrauch vergleichbarer Kunden angenommen. Der angenommene Jahresverbrauch wird dann mit dem aktuellen bzw. einen neuen absehbaren Arbeitspreis multipliziert. Dazu gerechnet wird der Grund- bzw. Servicepreis und die anfallende Mehrwertsteuer.

Welche Rolle spielen Energiepreise als Kostenfaktor in der Industrie?

Energierpeise sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für zahlreiche Branchen der deutschen Industrie.Besonderes Gewicht haben Energiepreise in energieintensiven Wirtschaftsbereichen wie der Chemieindustrie oder dem Metall und Holz verarbeitenden Gewerbe. Diese drei Industriezweige nehmen allein die Hälfte des industriell benötigten Energie in Deutschland ab. Das entspricht in etwa einem Viertel des jährlichen deutschen Energieverbrauchs.Damit wird klar: Bereits kleine Veränderungen beim Energiepreis wirken sich direkt und in hohem Maß auf die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Industrie auf einem globalisierten Markt aus. Selbstverständlich stellen auch bei allen anderen verarbeitenden Branchen die Energiepreise Einsparpotenziale dar. Oft mangelt es nur an der entsprechenden Marktübersicht und der Flexibilität bei der Anbieterwahl. Die Energieberatung Manteuffel ist ein professioneller und zuverlässiger Partner für alle Kundengruppen. Nach einer intensiven Beratung erarbeiten wir für Groß- und Gewerbekunden bis 500 GWh maßgeschneiderte Angebote, die die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens langfristig unterstützten.

Wie haben sich gesetzliche Neuregelungen auf den Preis für Industriestrom ausgewirkt?

Verschiedene politische Faktoren beeinflussen in entscheidendem Maß den Preis für Industriestrom. In den vergangenen Jahren kam es zu einer Vielzahl gesetzlicher Vorschriften, die sich direkt auf den Preis auswirkten. Seit 1998 wuchs die Besteuerung von Industriestrom um den Faktor Sechs. So nahm der Staat damals noch gut zwei Milliarden Euro bei der Besteuerung von Strom ein. Heute liegt der Wert bei weit über 12 Milliarden Euro. Zu den klassischen Abgaben wie Umsatz- und Stromsteuer kamen Abgaben wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) hinzu welche sich direkt erhöhend auf den Strompreis auswirken.

Welche besonderen Regeln gelten für den Energiebezug von Industriekunden?

Selbstverständlich stellen Industriekunden besondere Anforderungen sowohl an den Energiebezug als auch an den Energieanbieter. Das gilt sowohl für den Preis für Energie und ebenso für den Service und die technischen Voraussetzungen. Bei uns erhalten Industriekunden (mit einem Jahresverbrauch an Strom und Gas zwischen von 100.000 kWh und 500 GWh)  neben günstigen Preisen auch optimale Strukturen für eine langfristige Partnerschaft in Sachen Energiebeschaffung. Geschäftskunden bieten wir mit unseren Produkten neben verschiedenen Varianten auch einen umfassenden Service. Dies beginnt mit einem persönlichen Ansprechpartner für alle Belange. Als Marktbeobachter analysieren wir in der Angebotsphase Ihr Verbrauchsverhalten und erstellen Ihnen maßgeschneidertes Angebot.

Gibt es Unterschiede zwischen Industriekunden und Gewerbekunden beim Bezug von Strom oder Gas?

Industriekunden sind in der Regel Kunden mit einem Jahresstromverbrauch ab 100.000kWh und Jahresgasverbrauch ab 1.500.000 kWh. Diese Kunden haben eine sogenannte registrierte Leistungsmessung (RLM). Sie beziehen Strom und Gas in deutlich größeren Mengen als Privatkunden oder Gewerbekunden welche üblicherweise ein sogenanntes Standardlastprofil (SLP)haben. Industriekunden wechseln deutlich häufiger den Energieversorger. Das liegt zum einen am höheren Einsparpotenzial bei der Abnahme größerer Energiemengen, aber auch am stärkeren Konkurrenzkampf der Energieanbieter um Industriekunden. Die Energieberatung Manteuffel betreut jeden Kunden dauerhaft, d.h. immer rechtzeitig bevor Ihr Liefervertrag ausläuft informieren wir Sie und geben Ihnen entsprechende Handlungsempfehlungen: Dadurch binden wir unsere Kunden langfristig an unser Unternehmen.

Was ist die § 19 Umlage ?

Die Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV, wurde in 2012 neu eingeführt um stromintensive Unternehmen zu entlasten.
Für Letztverbraucher mit einer zeitlich begrenzten hohen Leistungsaufnahme, der in der übrigen Zeit eine deutlich geringere oder keine Leistungsaufnahme gegenübersteht, haben Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen, an deren Netz der jeweilige Letztverbraucher angeschlossen ist, neben dem Jahresleistungspreissystem eine Abrechnung auf der Grundlage von Monatsleistungspreisen anzubieten.
Ist z. B. auf Grund vorliegender oder prognostizierter Verbrauchsdaten offensichtlich, dass der Höchstlastbeitrag eines Letztverbrauchers vorhersehbar erheblich von der zeitgleichen Jahreshöchstlast aller Entnahmen aus dieser Netz- oder Umspannebene abweicht, so hat dieser Letztverbraucher Anspruch auf ein individuelles Netzentgelt. Dieses darf nicht weniger als 20 Prozent des veröffentlichten Netzentgeltes betragen. Recht auf ein individuelles Netzentgelt besteht auch, wenn die Stromabnahme aus dem Netz der allgemeinen Versorgung für den eigenen Verbrauch an einer Abnahmestelle pro Kalenderjahr sowohl die Benutzungsstundenzahl von mindestens 7.000 Stunden im Jahr erreicht als auch der Stromverbrauch an dieser Abnahmestelle pro Kalenderjahr zehn Gigawattstunden übersteigt. Die dadurch den Betreiber von Übertragungsnetzen entgangenen Erlöse, die aus individuellen Netzentgelten resultieren, werden als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf alle Letztverbraucher umgelegt.
Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 100.000 kWh je Abnahmestelle 0,092 ct/kWh,
Letztverbraucher, deren Abnahmemenge 100.000 kWh je Abnahmestelle übersteigt, zahlen für über 100.000 kWh hinausgehende Strommengen bis zu 1.000.000 kWh den Umlagesatz in Höhe von 0,482 ct/kWh. Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,05 ct/kWh.

Was ist die Offshore-Haftungsumlage nach § 17 f EnWG ?

Die Offshore-Haftungsumlage wird ab dem 01.01.2013 von Letztverbrauchern erhoben.
Netzbetreiber sind berechtigt, die Kosten für geleistete Entschädigungszahlungen, soweit diese dem Belastungsausgleich unterliegen und nicht erstattet worden sind, und für Ausgleichszahlungen als Aufschlag auf die Netzentgelte gegenüber Letztverbrauchern geltend zu machen.
Für Strombezüge aus dem Netz für die allgemeine Versorgung an einer Abnahmestelle bis 1.000.000 kWh im Jahr darf sich das Netzentgelt für Letztverbraucher durch die Umlage höchstens um 0,25 Cent pro Kilowattstunde, für darüber hinausgehende Strombezüge um höchstens 0,05 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Sind Letztverbraucher Unternehmen des Produzierenden Gewerbes, deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr 4 Prozent des Umsatzes überstiegen, darf sich das Netzentgelt durch die Umlage für über 1.000.000 Kilowattstunden hinausgehende Lieferungen höchstens um die Hälfte des Betrages der LV Gruppe B erhöhen.
Für das Jahr 2013 wird der für die Wälzung des Belastungsausgleichs erforderliche Aufschlag auf die Netzentgelte für Letztverbraucher auf die zulässigen Höchstwerte entsprechend nachfolgender Tabelle festgelegt.
Die Offshore-Haftungsumlage für 2013 wird ab dem 01.01.2013 von Letztverbrauchern erhoben.
Letztverbrauchergruppe A: Strommengen von Letztverbrauchern für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle , zahlen zusätzlich 0,25 ct/kWh.
Letztverbrauchergruppe B: Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale Offshore-Haftungsumlage von 0,05 ct/kWh
Letztverbrauchergruppe C: Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr 4 Prozent des Umsatzes überstieg, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale Offshore-Haftungsumlage von 0,025 ct/kWh

Umlage für abschaltbare Lasten nach § 18 AbLaV

Anbieter von Abschaltleistung ("abschaltbare Lasten") erhalten Vergütungen für die Bereitstellung der Abschaltleistung für den vereinbarten Zeitraum (Leistungspreis) sowie für jeden Abruf der Abschaltleistung (Arbeitspreis). Die Betreiber von Übertragungsnetzen sind verpflichtet, die so geleisteten Zahlungen und ihre Aufwendungen über eine finanzielle Verrechnung auszugleichen.
Im Ergebnis bedeutet das, dass die Umlage für abschaltbare Lasten ab dem 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben wird. Die Berechnung der Umlage für 2014 erfolgte auf Basis der prognostizierten Kosten für 2014 sowie der bisher in 2013 angefallenen und bis zum Jahresende prognostizierten Kosten. Die Umlage für abschaltbare Lasten beträgt 0,009 ct/kWh.